Chamer Bündnis für Toleranz und Menschenrechte verurteilt Mixls rassistische Beschimpfung der Wahlhelfer*innen
Reinhard Mixl, örtlicher Bundestagsabgeordneter der AfD, erklärte laut Presseberichten, beim Auszählen der Kommunalwahl in Schwandorf sei es zugegangen „wie bei den Hottentotten“ und es sei „geschluddert“ worden. Marian Janka, Wahlhelfer in der Stadt Cham und Mitglied im Sprecher*innenkreis des Bündnis für Toleranz und Menschenrechte im Landkreis Cham, zeigt sich empört: „In meinen Augen ist diese Äußerung eine Beleidigung der vielen ehrenamtlichen Wahlhelferinnen, Wahlhelfer und Wahlvorstände.“ Zudem, so das Bündnis, sei „Hottentotten“ ein rassistischer, abwertender und diskriminierender Begriff aus der Zeit des deutschen Kolonialismus, welcher bekanntermaßen im Völkermord an den Herero in Namibia gipfelte. Solche Bezeichnungen völlig unreflektiert zu verwenden sei ein weiteres deutliches Zeichen für die Geschichtsvergessenheit der AfD. Janka betont auch: „Keiner der drei Chamer AfD-Stadtratskandidaten hat sich als Wahlhelfer zur Verfügung gestellt!“
Claudia Zimmermann, ebenfalls Wahlhelferin in Cham und Bündnissprecherin, berichtet: „Wir waren um 0.11 Uhr fertig. Das lief alles sehr transparent ab. Interpretationsbedürftige Wahlzettel wurden im Achter-Team besprochen, entschieden und darüber Protokolle angefertigt. Diese werden im Landratsamt geprüft.“
„Mixl kontrolliert lieber Mülltonnen in Schwandorf und veröffentlicht das im Internet, als bei der Wahl mitzuhelfen und die tapetengroßen Stimmzettel abzuarbeiten. Er stellt mit seinem Vorwurf auch das korrekte Zählen und damit das Funktionieren unserer Demokratie in Frage. Dabei ist eine Personalentscheidung von Mixl eine viel größere Gefahr für unsere Demokratie“, meint Achim Deufel, ebenfalls Mitglied im Sprecher*innenkreis des Bündnisses. Deufel bezieht sich auf Christian Lüth, den Mixl als Pressebeauftragten eingestellt hatte. Lüth hat sich selbst als Faschisten bezeichnet und fiel unter anderem mit der Aussage auf, je schlechter es Deutschland gehe, desto besser sei es für die AfD.
Das Bündnis für Toleranz und Menschenrechte ruft dazu auf, auch nach dem Wahlkampf populistische Aussagen kritisch zu hinterfragen, wozu auch die eigenen Social Media Kanäle, zum Beispiel bei Instagram instagram.com/cham_gegen_rechts/ beitragen sollen.