Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD: Hass darf niemals siegen
Mit großer Bestürzung hat das Bündnis für Toleranz und Menschenrechte im Landkreis Cham / Cham gegen Rechts vom tödlichen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin erfahren. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen Menschen, die das Erlebte nun verarbeiten müssen. Wir stehen solidarisch an der Seite der queeren Community.
„Dieser Anschlag richtet sich nicht nur gegen die Teilnehmerinnen des CSD, sondern gegen unsere gesamte demokratische Gesellschaft. Hass darf niemals siegen. Wer Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität angreift, greift uns alle an“, erklärt Christian Oberthür aus dem Sprecherinnenkreis des Bündnisses.
Auch im Landkreis Cham erleben queere Menschen und ihre Unterstützer*innen immer wieder Anfeindungen. Besonders erschreckend seien die zahlreichen beleidigenden und menschenverachtenden Kommentare in den sozialen Netzwerken, wenn über den Chamer CSD berichtet wird. „Diese Hasskommentare schaffen ein Klima der Einschüchterung. Genau deshalb ist es jetzt wichtig, sichtbar zu bleiben und gemeinsam für Menschenwürde, Vielfalt und Demokratie einzustehen“, sagt Sabine Ebert.
Das Bündnis betont, dass jetzt nicht die Zeit für vorschnelle Forderungen nach immer mehr Überwachung sei. „Heute ist ein Tag der Trauer und der Solidarität. Langfristig müssen wir dort ansetzen, wo Hass entsteht – mit Demokratiebildung, sozialem Zusammenhalt und einer klaren Haltung gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit“, so Marian Janka.
Das Bündnis ruft deshalb alle Demokratinnen und Demokraten auf, sich am Christopher Street Day in Cham am Samstag, 5. September, zu beteiligen. Um 14:00 Uhr startet die Demonstration am Bahnhof. Ab 15:00 Uhr folgen auf dem Marktplatz eine Kundgebung mit Redebeiträgen sowie Informationsstände und Musik. „Gerade nach den schrecklichen Ereignissen von Berlin gilt: Wir lassen uns nicht einschüchtern und wir lassen uns nicht spalten. Wenn Hass Angst verbreiten will, antworten wir mit Solidarität, Hoffnung und Menschlichkeit. Vielfalt, Toleranz und Menschenrechte machen unsere Gesellschaft stark – und dafür werden wir gemeinsam auf die Straße gehen“, so Tanja Federl vom CSD Cham.